Alfred Fissmer

Im Herzen der siegener Oberstadt und direkt vorm Rathaus befindet sich die Alfred-Fissmer-Anlage. Fissmer war von 1919 bis zu seiner Amtsenthebung 1945 Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister Siegens und damit wohl sowas wie ein lokaler, kleiner Ersatzkaiser. Zwar war er bis zur Machtergreifung der Nazis parteilos, doch galt er als deutsch-nationaler Politiker und konnte somit das rechts-konservative Lager vereinen. Als die NSDAP 1923 nach dem gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsch verboten wurde, ließ Fissmer sie in Siegen gewähren und ihre hasserfüllte Propaganda verbreiten. Zwar war er kein Nazi erster Stunde, doch trat er nach der Machtergreifung als bald möglich der NSDAP bei und wurde sogar förderndes Mitglied der SS. Gerade letzteres ist wichtig zu betonen, denn zu einer Mitgliedschaft in jener Terror- und Mörderbande wurde auch im Nationalsozialismus niemand gezwungen. Seine Verdienste für die Stadt Siegen bestehen darin, dass er gehorsam alle Befehle aus Berlin umsetzte: vom Bunkerbau bis zur Enteignung und Deportation von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Er bekam auf Vorschlag Hermann Görings den Kriegsverdienstorden verliehen.
Im Rahmen der Entnazifizierung wurde er von der britischen Militärregierung seines Amtes enthoben. Trotzdem wurde er Ehrenbürger der Stadt Siegen.
Fissmer war ein vorauseilend gehorsamer Nazi und nationalistischer Lokalpolitiker. Mitnichten ein Grund ihn hier, an einer derart exponierten Stelle zu ehren.